Khaos.Kind
9p
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15 years ago @ Bad Hair Days - Die Auswirkungen von E... · 0 replies · +2 points
EQ: 43
SQ: 72
HSP: 232
Geschlecht (bei TG / TS / IS auch gerne tiefergehende Angaben)? - weiblich
Ausgeübter Beruf? - Studentin, Sozialarbeiterin
Traumberuf? Wissenschaftlerin, Leiterin einer sozialen Einrichtung, Autorin
Motivierender Faktor bei der Arbeit? - ein gutes Team, Herausforderungen, persönliche und fachliche Weiterentwicklung, Erfolgserlebnisse
Würden sie ihre Arbeit als Kreativ einschätzen - 3
Liebstes Hobby? - Lesen, Musik machen, Diskutieren, Filme
Motivierender Faktor beim Hobby? - Entspannung, Anregung neuer Ideen, je nachdem was mir gerade gut tut
Würden sie ihr Hobby als Kreativ einschätzen - 4
IQ, Falls bekannt? - Den offiziellen weiß ich nicht mehr aber laut dem großen Test auf RTL was um die 110
15 years ago @ #unsereuni - Mangel an Ve... · 0 replies · +1 points
Die große Frage ist doch, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.
Um auf deine Argumente zurück zu kommen:
"doch will ich darauf hinweisen, dass mehr Geld da wäre, würde es aus privater Tasche fließen."
Ich bin keine Ökonomin, doch bezweifle ich, dass die Gelder aus privater Tasche in dem Ausmaß die finanziellen Lücken der Universitäten schließen könnten wie es staatliche Subventionen würden. (ach ja, als Studentin kann ich nur vom universitären bzw. Hochschulkontext sprechen, klar) Und es ist nicht zuviel verlangt, 2-4% des BIP in Bildung zu investieren wie es die Regierung ja mal angedacht hatte.
Was unsere Hochschulen von ausländischen z.B. unterscheidet, ist das Universitäten z.B. in den USA oder England auch auf Stiftungen oder Alumni (AbsolventInnen) zurück greifen. Der Bereich der sogenannten Drittmittel ist hierzulande 1. nicht transparent, taucht also in der Einnahmenseite der Hochschulen kaum auf und 2. überhaupt noch zu gering. Das bemängelt die Regierung zu Recht. ABER um ein derartiges Netz aufzubauen, braucht es eine gewisse Anlaufzeit und natürlich wieder eine Anlauffinanzierung. Die Arbeit die ganzen AbsolventInnen ausfindig zu machen und die Netzwerke zu pflegen macht sich ja auch nicht von allein. Soviel zu einem neuen Ansatz, der so neu auch wieder nicht ist.
Ich als Einzelperson kann jetzt auch nicht einfach eine Alternative zu standardisierten Aufnahmeverfahren erdenken oder meine Vorstellungen als unibrennt-Konsens hinstellen. Als Möglichkeit möchte ich mal in den Raum werfen, wie es z.B. an Fachhochschulen Gang und Gäbe ist: Motivationsschreiben und ein kurzes Bewerbungsgespräch. Ist zwar zeitaufwändig und fraglich, wie das in Massenstudienfächern gehandhabt werden kann aber für Hochschule wie Studierende eine Möglichkeit, sich vor Studienbeginn mit der eigenen Motivation auseinander zu setzen.
Generell möchte ich dazu aber anmerken, dass ich dagegen bin, dass eine soziale Bewegung die Lösungen erarbeiten soll auf die Fragen, die sie aufwirft. Klar können Lösungsansätze und ideale auftauchen und ausformuliert werden, wie es denn sein könnte. Aber imho sehe ich mich nicht in der Verantwortung, einer Regierung oder Hochschulleitung zu erklären, wie sie Studiengebühren oder -beiträge sozial gerecht gestalten kann oder woher sie das Geld nehmen soll, dass für die Hochschullandschaft notwendig ist (ist ja nicht so, dass wir "mehr" fordern, allein zur Aufrechterhaltung des Status quo wird aufgrund steigender Studierendenzahlen etwa eine Milliarde Euro benötigt, darum protestieren wir weiter, wenn die Regierung meint, uns mit 50 oder 250 Millionen "die Härten" abfangen zu können). Das nur so als kleine Notiz am Rande.
15 years ago @ #unsereuni - Mangel an Ve... · 3 replies · +1 points
Darf ich aus dem Wechsel deiner Argumentationslinie schließen, dass du mir bei den anderen Punkten Recht gibst?
"Es wäre wunderbar, könnte sich Österreich, so wie Deutschland, eine Erhöhung der Förderungen im Bildungs- und Forschungsbereich leisten, doch das ist allein wegen des fehlenden Wirtschaftswachstums nicht der Fall."
Interessanter Aspekt. Nur leider etwas kurz gedacht.
Es geht nicht darum, ob Österreich das Geld hat oder nicht. Denn Geld ist da - die Frage ist, wo es ist und wo es hinfließt. Derzeit in Tunnel. (etwas abgekaut das Beispiel aber leider noch immer treffend)
Das Wirtschaftswachstum ist keine Rechnungsvariable in dem Sinn. Wenn "wir" 2-4% des BiP fordern, dann sind das Prozentangaben, die sich daraus ableiten, was der Staat sich leisten _könnte_. Ist ja nicht so, dass uns das Verständnis für finanzielle Engpässe so unbekannt wäre.
"Und ganz allgemein, würde ich sagen, dass die "intelligenteren" es weniger nötig haben, Dinge auswendig zu lernen, weil sie sie verstehen, oder eher in der Lage sind als die "einseitig-begabten"."
Ich gehörte auch immer zu denjenigen, die eher verstanden als auswendig gelernt haben. Bringt aber nichts, wenn ich in einem Test wiedergeben soll, was die Lehrkraft mir vorher "diktiert" hat.
15 years ago @ #unsereuni - Mangel an Ve... · 0 replies · +1 points
Was in Deutschland noch dazu kommt, sind die Auswahltests die jede Universität und Fachhochschule (und was es da noch gibt) selbstständig einführen kann. Dazu gehören Bewerbungs- und Motivationsschreiben, ein interner Numerus clausus etc.
Die gabs übrigens schon vor dem Zentralabitur, das ist vergleichsweise neu.
15 years ago @ #unsereuni - Mangel an Ve... · 8 replies · +1 points
Und ja, ich finde du versuchst sehr konstruktiv zu bleiben. Gibt da auch ganz andere :)
"Des Weiteren finde ich es nicht gerechtfertigt, zu sagen, politischer Aktivismus wäre durch BA/MA/PhD unmöglich gemacht worden. "
Unmöglich ist nichts gemacht worden. Aber schwieriger. Ich war eine Zeit lang ziemlich politisch aktiv und es ist schon etwas anderes "nur das Studium" zu schaffen und nebenbei den Lebensunterhalt verdienen zu müssen (rein rechnerisch schon 30-50h die Woche, je nach Studienauslastung + Workload) und dann nochmal 10-20h pro Woche in eine ehrenamtliches Feld zu investieren. Weil man selbst es für nötig hält. Und auf 10-20h die Woche kommt mensch schnell, da brauchts nur 1 oder 2 längere Diskussionen, Plakate entwerfen, Organisatorisches und Termine klären. Und wenn wir grob auf 70h die Woche mit Studium/Arbeit und Hochschulpolitik rechnen, dann muss irgendwas kürzer treten, sonst hält jedes Engagement genau 2 Wochen und dann ist fertig. Burn-out. Und am logischsten ist es, dann beim Studium zurück zu stecken.
"Die Universitäten können eben nicht alle Studenten, die sich anmelden fassen(vor allem bei Massenstudien) und dem ist durch ein System, das die Besten - nicht die reichsten - auswählt entgegenzuwirken."
Jein. Natürlich würden Zugangsbeschränkungen die Hörsäle und Seminare entwas entlasten, die Betreuungsquoten wären besser etc.
ABER
Wer entscheidet, was das "Beste" ist? Schön wäre es, würde jede/r Schulabgänger/in nach Interessen und Fähigkeiten ausgewählt. Aber das bedeutet ja Arbeit und ein intensives Auseinandersetzen, ist nicht verallgemeinerbar. (und mit solchen Begriffen arbeiten PolitikerInnen, Chefs und generell EntscheidungsträgerInnen seeeeeeehr ungern, die mögen lieber "harte" Fakten und Kategorien) Also wäre das "Beste", wenn nicht Geld, wie z.B. in Deutschland am Notenschnitt festzumachen. Das sind Zahlen, nach denen kann man sortieren. Nur, dass die genausowenig sagen, was eine Person im Kopf hat. Eher, wie gut sie auswendig lernen kann und sich mit den LehrerInnen verstanden hat. Und das widerspricht dem, was als Humbold'sches Bildungsideal gilt: Der Entfaltung der Persönlichkeit, der Entwicklung einer kritischen Denkweise, einer eigenen Meinung
Das würde nur wieder heißen, dass ich reproduziere, was andere von mir wollen, was andere für richtig halten.
Darum versteht sich die unibrennt-Bewegung auch als Inspiration. Was ist das "Beste"? Wer entscheidet das? Wie können Menschen herausfinden, was sie wirklich wollen (im Idealfall bevor sie studieren und sich intensiv auf ein Thema vertiefen)?
Und so nebenbei:
Es geht nicht nur um 150€. Fällt die Studienbeihilfe/ähnliche an sich kleine Beiträge weg, wird das Semestertiket teurer, die eigene Krankenversicherung (falls nicht mehr familienversichert) wird teurer oder steht vorerst auf dem Spiel, was wieder mehr an ausgleichender Erwerbsarbeit bedeutet, die dann wieder auf Kosten des Studiums geht. Ja, andere Staaten haben es noch schwieriger aber da steht meist auch ein komplett anderes Sozial- und Familiensystem dahinter. Das ist mit unsrigem nur bedingt vergleichbar.
Und da du die hohen Drop-out-Quoten schon ansprichst: Ja, die sind ein Problem. Aber ein eigenständiges, dass an und für sich selbst beleuchtet werden muss. Pauschal lässt sich das weder mit (fehlenden) Zugangsbeschränkungen noch mehr oder weniger Fördergeldern erklären oder lösen.
15 years ago @ #unsereuni - Mangel an Ve... · 10 replies · +1 points
Manchmal wirken Äußerungen dennoch sehr populistisch und unreflektiert. Aber schauen wir mal:
"Des Weiteren gibt es keine Filtirierung, was bedeutet, dass jeder alles studieren kann und es irrelevant ist, ob er nun dafür nur einen Funken von Talent besitzt oder nicht."
Leider ist das Schulsystem bisher nicht auf Talentförderung ausgelegt. Mit dem Anspruch später einmal eine Arbeit zu finden, die eben mehr ist als nur Geld-verdienen, liegt dann der Druck auf den Studierenden, herauszufinden, was ihnen liegt. Anders wärs schöner aber da muss dann nicht bei den Studierenden angesetzt werden, sondern vorher.
"Und wisst ihr, was sie gemeinsam haben? Richtig, Studiengebühren und nur eine ausgewählte “Elite” von Studenten wird aufgenommen."
Genau. Und was sind das für Studenten? In der Regel die weiße, obere Mittelschicht und Oberschicht. Soziale Selektion setzt sich da noch extremer durch als hierzulande. Ist es das, was wir wollen?
Eben nicht. Wie du bereits angesprochen hast, sollten diejenigen studieren, die klug und engagiert sind - unabhängig von der Herkunft. Und das braucht eine ausreichende (und finanzielle) Förderung. Mehr wollen wir ja auch nicht. Womit ich bei deinem nächsten Punkt wäre.
"Es ist einfach dem Steuerzahler nicht zuzumuten, die Akademiker von nebenan zu finanzieren, da sie sowieso später im Leben mehr verdienen werden als er selbst."
1. Dem Steuerzahler (und btw. der Steuerzahlerin) ist es zuzumuten für Eurofighter zu blechen und kaum-ausgelastete Tunnel aber nicht für Menschen, deren Forschung künftig das Leben verbessern (sollen)?
2. Es gibt durchaus Studienfächer, die künftig kaum ein höheres Einkommen haben als Menschen, die in bestimmten Bereichen eine Lehre absolviert haben. Zu nennen wären da unter anderem PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Pflegefachkräfte. Menschen in diesen Bereichen _müssen_ studieren um ihren Wunschberuf überhaupt ausüben zu können. Deren Tätigkeiten sind von essentieller Bedeutung für die gesamte Gesellschaft. Und das wäre von jedem Steuerzahler und jeder Steuerzahlerin eigentlich zu befürworten.
"Die Vorsitzende der ÖH studiert 12 Semester und bekommt ihren Bachelor frühestens in sechs weiteren – und das ist die Person, die euch repräsentiert? Ist euch das nicht peinlich?"
Ohne die persönlichen Hintergründe der Vorsitzenden zu kennen: Sowas kommt vor. Wird unter anderem durch Knock-out-Prüfungen, überfüllte Hörsäle/Seminare und einen schlechten Betreuungsfaktor im Studium noch verstärkt. Genau dagegen protestieren "wir" ja.
Zudem zeigt ihr Beispiel, dass es mit Einführung des BA/MA-Systems nahezu unmöglich ist, sich politisch zu betätigen, ohne dass das Studium darunter leidet. Sollen deswegen jetzt alle die Klappe halten und sich blind in die Arbeit stürzen? Ich glaube, das willst du auch nicht. Studium soll zum kritischen Hinterfragen und Alternativen erdenken befähigen. Die Vorsitzende lebt also nur, was das Bildungs-Ideal ist (ganz pauschal gesagt, wie erwähnt, kenne ich die genauen Umstände auch nicht)
Ich hoffe, das war dir ein ausreichend kritischer Beitrag in einer kritischen Diskussion.
Was ich an dieser Stelle noch erwähnen sollte:
Es gibt nicht die _eine_ Bewegung, nicht alle innerhalb der Studierendengruppe denken gleich. Es gibt immer viele verschiedene und vielfältige Ansätze und die Forderungen sind quasi der Konsens aus den verschiedenen Strömungen. Es gibt auch Menschen, deren Ansichten kann ich nicht teilen oder die mir unsympatisch sind. Und das ist gut so!
Doch das Wichtige an der unibrennt-Bewegung ist, dass wir erkennen, dass es eben nicht nur an _uns_ liegt, wenn wir ein Studium nicht in der Regelzeit absolvieren. Dass die Probleme auch strukturell sind und uns _alle_ treffen. Und dass wir da nur gemeinsam etwas in Bewegung setzen können.